Portugal Wochenende vom 15-17.09.2017

Auslandsjobs, für mich irgendwie immer was ganz Besonderes. So erzeugen sie doch die Illusion vom Rockstar, der um die Welt tingelt um den Menschen sein Bestes zu bieten. Seine Kunst, seine Musik, seine Kreativität. In der Gala- Eventbranche sieht das aber meistens anders aus. Man fliegt irgendwo hin, hetzt sich an den Flughäfen ab, wird zu irgendeiner Location chauffiert, muss mit einer Backline zurechtkommen, die nicht ansatzweise etwas damit zu tun hat, was man im Rider schon Monate zuvor mitgeteilt hat und nach 2-3 Std Partyprogramm und Evergreens geht es am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe zurück zum Flughafen und in die Heimat.

Chris Vega zwischen den Konzerten im Pool des Hotels Epic Sana in Lissabon

Aus der Traum von den weißen Stränden und Pina Colada in xy…

Schnell noch aus dem Shuttlebus ein hastiges Foto vom dem in der Ferne verschwindenden Ozean geknipst, um zumindest auf seiner Facebook-Seite, vor den Kollegen ein bisschen zu Prahlen. Dann Hashtag “ I love my job“ hinzugefügt und die Illusion vom beneidenswerten Musikerdasein ist perfekt.

Von überall her

In meinen mittlerweile acht Jahren bei der StreetLIVE Family waren die wenigsten Trips jedoch so. In der Regel hat unsere Eventagentur All Entertainment alles so haarklein im Detail geplant, dass jeder Aufenthalt wirklich eine Wohltat ist. Fehlerquellen sind i.d.R. schon im Vorfeld ausgemerzt.

So war ich schon im Namen der mächtigen StreetLIVE Family unter anderem in Teneriffa, Malta, London, Sizilien, Griechenland, Portugal und und und… Jetzt also wieder nach Portugal und zwar in die wunderschöne Landeshauptstadt Lissabon. Unsere Lisa Josek aus dem Bookingteam von All Entertainment hat das logistische Meisterwerk vollbracht, die Bandmitglieder aus 3 verschiedenen Himmelsrichtungen einzufliegen.

Lisa Josek vom Booking Team der Künstleragentur All Entertainment

Lisa Josek

Diana Schendier und Chris Vega auf dem Flug zum Gig nach Lissabon

Diana Schneider & Chris Vega

Fliegen mit Kribbeln im Bauch

Der Ein- und Ausstieg in die Maschine erfolgte vom Heck des Flugzeugs

Die Köln Connection fliegt mit einer rüstigen Chartermaschine, die sogar noch über Aschenbecher auf den Bordtoiletten verfügt. Also kann man sich ausmalen, wann die Maschine in etwa gebaut wurde. Ich frage mich, ob die Maschine von den Gebrüdern Wright persönlich gewartet wurde und nehme auf dem mir zugewiesenen Sitz Platz.

Das Flugzeug hat schon mal bessere Tage gesehen

Die ausgelassene Reisegruppe, bestehend aus Mitarbeitern des liebgewonnenen Endkunden, fängt schon im Flugzeug an frivol zu feiern und verspricht einen feierwütigen Aufenthalt in Lissabon. Gut so! 🙂

Mit herrlich angenehmen 26 Grad empfängt uns die 10 Millionen Metropole um 12:00 Uhr Ortszeit und die Laune hebt sich weiter. Nachdem wir uns im Flughafen erstmal ein leckeres Eis gegönnt haben geht es im privaten Shuttlebus zum Hotel.

Im Flugzeug stößt die band auf die bevorstehende Reise zum Gig an.

Luxus schmeckt gut

Das Epic Sana im Herzen Lissabons ist eine imposante Erscheinung und ich ertappe mich dabei, wie ich mich frage, ob es sehr teuer werden würde, in Rockstar-Manier einen Fernseher aus dem Fenster zu werfen…

Das Hotel Epic Sana in Lissabon ist für das nächste Wochenende das Zuhause der Band

Tatsächlich ist der heutige Freitag für die meisten von uns ein freier Tag. Außer Tim und DJ DaSilva, die Beiden sorgen heute Abend als Visionbeat -Combo (Dj & Livemusiker) für das Unterhaltungsprogramm der Party-Crowd. Nachdem jeder von uns nach kleinen, organisatorischen Problemchen sein opulentes Zimmer zugewiesen bekommen hat, geht es auch schon in Badebuchse und Sonnenbrille aufs Hotel Dach, wo der Pool mit Blick aufs Meer und über die Stadt schon auf mich wartet.

Mein bärtiger Kollege Freddi erwartet mich schon und da es indes schon nach 16:00 ist, ist die erste Amtshandlung das Bestellen eines ordentlichen Hendrix Gins (Rezept hier), natürlich mit Gurke. Die dafür anfallenden 38€ nehme ich mit einem hysterischen Lachen und einem nervöse zuckenden Auge gerne auf meine Kappe. Freddi und ich schmeißen unsere haarigen Leiber in den Pool und genießen die Aussicht. Ja, es könnte uns durchaus schlimmer treffen.

Shopping-Mall Futter

Langsam knurrt der Magen und bei den Hotelpreisen, die der Gin Tonic erahnen lässt, kostet eine Pommes rot-weiß hier eine Monatsmiete. Sam und Soul, oder auch Sancho und Pancho, wie ich sie liebevoll getauft habe, sind natürlich längst auf Entdeckungstour und haben die benachbarte Shoppingmall heimgesucht. Auf meine Frage, ob man da gut essen kann wird mir in unserer WhatsApp Gruppe entgegnet: THEY GOT EEEEEVERYTHING!!!!

In freudiger Erwartung auf Fisch, Tapas und guten Wein ziehen Diana, Freddi und Ich also zur Mall, wo Sam und Soul schon auf uns warten. Die Fressmeile, die uns dann erwartet ist tatsächlich vielseitig mit den unterschiedlichsten Arten von Junk und Fastfood bestückt. Das Glänzen in den Augen von Sancho und Pancho kann ich nicht so Recht nachempfinden, aber mit Muttis Klassiker Motto: „Der Hunger treibt es schon rein“, mache ich mich auf die Suche.

Freddi und ich werden beim gleichen Laden fündig. Ich würde Ihn mal als „Türkischen Schnellimbiss mit Indischem Flair“ beschreiben. Diana, als eingefleischte Vegetarierin (lustiges Wortspiel) entscheidet sich für „Go natural“ (klingt wie eine Aufforderung sich sein Intimhaar wachsen zu lassen) und bestellt sich irgendwas, was aussieht wie roher Lachs und Reis. Nachdem ich mir denke: „Hm, ich hab schon Besseres zurückgehen lassen“ wird aber auch diese kulinarische Exkursion abgehakt und mit einem staubigen Stück Kuchen jäh beendet. Nun trudelt auch Joe in der Fressmeile ein, nachdem er im Hotel Spa noch ordentlich gechilled hat.

Da sich in der Mall ein Supermarkt befindet, entschließen wir kurzerhand noch Knabberzeugs und was zu trinken für eine spätere Hotelzimmerparty zu organisieren. Außerdem stolpern wir über ein Kino, dass tatsächlich englischsprachige Filme vorführt.

Überrascht von Tom Cruise

Die StreetLIVE Family zusammen im Kino

Klingt doch wie ein ganz netter Plan. Der kurzerhand umgesetzt wird. Bis auf Diana, die über leichte Kopfweh klagt, kaufen sich alle ein Kino Ticket für den Tom Cruise Film „Barry Seal“. Gangsterlike schmuggeln wir ein paar Bier ins Kino und Snacks. Erstaunlicherweise entpuppt sich der Tom Cruise Film trotz Tom Cruise als ziemlich gut. Zumindest ist das die einhellige Meinung alle anwesenden StreetLIVE -Cineasten.

Der 300 Meter weite Rückweg zum Hotel wird flugs zurückgelegt und die Vorfreude auf die angepeilte Hotelzimmerparty steigt. Mittlerweile ist es fast 00:00 uhr und die perfekte Zeit für ein kühles Getränk. Diana leidet leider noch immer an Kopfweh und fällt somit raus. Da Sam spontan Besuch von seiner besseren Hälfte bekommt, Joe sofort eingepennt ist und Soul sich schon vorher abgemeldet hat, wird die geplante Hotelzimmerparty einzig von Freddi und mir bestritten.

Wäre ja nicht das erste Mal…. Nach einer guten Stunde alter Muckerweisheiten entscheide ich mich dann aber auch fürs Bett. Das war also Day 1

Samstag, der 16.09.2017

Um 09:00 geht auch schon wieder der Wecker und nach dem kulinarischen Tiefflug des Vorabends freue ich mich schon auf ein leckeres Frühstück. Wie man es von einem 5 Sterne Hotel auch erwartet, ist das Frühstück reichhaltig und üppig. Genau das Richtige für mich. Leider gibt es wieder keinen Fisch. Zumindest keinen, den man sich aufs Brot hätte legen können. Egal! Gut gestärkt und voller positiver Energie, (Die Sonne scheint bei erneuten 26 Grad) mach ich mich wieder auf zum Dachterrassen Pool.

Mittlerweile ist es 12:00 und Tim und ich machen es uns auf einer großen Liege direkt am Pool gemütlich. Joe stößt dazu und wir planschen ein wenig infantil und ausgelassen im Hotelpool rum. Der Pool ist nicht wirklich tief. So geht Joe das Wasser im Stehen bis zum Bauchnabel, Tim bis zum Hals.

15:00 sind wir in der Lobby verabredet um mit dem Shuttlebus zur Location gebracht zu werden. Dort steht dann Soundcheck und Aufbau an…so der Plan. Eine WhatsApp-Nachricht von Michel, dass die Backline noch nicht da ist, sorgt allerdings ein wenig für Unbehagen. Als wir am wunderschönen Venue, direkt am Meer ankommen ist tatsächlich von einer Backline (Drums, Keyboards, Verstärker) noch keine Spur.

Die Veranstaltungsbühne in Lissabon mit Blick aufs Meer

Aber unser stresserprobter und Wunder möglichmachender Michel war schon aktiv und hat für Ersatz gesorgt. Gegen 17:00 Uhr taucht dann aber schlussendlich die sehnsüchtig erwartete Lieferung auf und wir können in Windeseile aufbauen. Im Saal neben an macht die portugiesische Klagesängerin ihren Soundcheck. Klagesängerin finde ich persönlich in diesem Zusammenhang sehr treffend. Obwohl ich nicht ein Wort portugiesisch verstehe, erwacht in mir eine plötzliche Todessehnsucht oder einfach nur der Wunsch mich plötzlich schlafen zu legen. Nun, andere Länder, andere Sitten. 🙂

21:30 Uhr: Wie eine vorbildliche Eventband stehen wir gestriegelt und gebürstet parat und fahren zurück zur Location. Das Event ist indes im vollen Gange und in Bühnennähe warten wir auf unseren Einsatz. Mit nur wenigen Minuten Verzögerung beginnen wir unser erstes Set, das Publikum ist offensichtlich schon scharf aufs Feiern und so füllt sich binnen weniger Minuten die Tanzfläche.

02:00 Uhr: Wow, was für eine Energie! Das hat tierisch Spaß gemacht. Großartiges Publikum und die StreetLIVE Family auf Hochtouren.

Freddi bringt es auf den Punkt

DJ Da Silva übernimmt nach uns und bringt selbst den letzten Tanzmuffel zum Wippen. Ausgelassene Stimmung auf beiden Seiten. Gemeinsam geht es dann zufrieden und erschöpft zurück ins 5 Sterne Hotel. Da der Köln-Flug erst um 16:15 Uhr zurückgeht, hab ich nach dem Frühstück nochmal ausgiebig Zeit für den Pool. Was für ein Stress! 😉 Der Shuttle bringt Freddi und mich alleine zum Flughafen, wo wir schon von einer freundlichen Mitarbeiterin in Empfang genommen werden. Da wir weder wissen mit welcher Airline, noch von welchem Terminal wir fliegen kommt uns das gerade recht. Die beiden Schalter zum Check-In sind zwar mit durchaus attraktiven Mitarbeiterinnen bestückt, die aber sicher schneller Ihren Lidstrich ziehen können, als Leute einzuchecken. So stehen 10 Minuten vor Boarding noch immer knapp 80 Passagiere vor den Schaltern, so dass „kurzerhand“ entschlossen wird, noch einen weiteren aufzumachen 🙂 Da es sich aber erneut um einen Flug mit der uns schon bekannten Maschine handelt, besteht leider keine Gefahr, dass der Flieger ohne uns abhebt.

Die Instagramaccounts der Bandmitglieder
Freddi Lubitz

Freddi Lubitz

Wegen des hohen Verkehrsaufkommens am Lissaboner Flughafens verzögert sich unser Start um knapp 30 Minuten. Vollkommen Wurscht…. Unversehrt, Glücklich und etwas Müde kommen wir in Köln an.

Und Freddi bringt es in einer WhatsApp Nachricht mal wieder auf den Punkt: „Vielen Dank für das lustige Wochenende!! Ich vermisse Euch jetzt schon. Ohne Euch hat das Leben keinen Gin mehr.“ In diesem Sinne: Auf bald!